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So entsteht ein Bleistift

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Die Produktion der Graphitmine beruht im wesentlichen auf zwei Grundstoffen, nämlich Graphit und Ton. Beide Materialien werden sehr fein gemahlen und dann vermischt, wobei die Homogenität und die Feinheit des Mahlguts die Voraussetzung für gute Qualität sind.

Der Härtegrad einer Mine ergibt sich aus dem Mischungsverhältnis von Graphit und Ton. Je höher der Graphitanteil, desto weicher die Mine, je höher der Tonanteil, desto härter die Mine. Die Härtegradbezeichnungen stammen aus England, da die ersten Graphitstifte dort hergestellt wurden, dabei steht der Buchstabe H für hard und B für black (engl.= schwarz- hoher Graphitanteil).

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Nach dem Mischen wird das Gemenge durch eine Matrize in Minenform gepreßt, auf die entsprechende Länge geschnitten und anschließend die Minen bei sehr hohen Temperaturen gebrannt. Um das feine Gleitvermögen zu erzielen, werden die gebrannten Minen sodann in heißes Palmöl gegeben, um dort die beim Brennen entstandenen kleinen porösen Öffnungen zu füllen und den gleitenden Aufstrich zu ermöglichen.

Die Herstellung von Farbminen ist grundsätzlich anders. Die Farbminen bestehen aus Farbpigmenten, Fetten, Wachsen, Bindemitteln (in der Regel Cellulosederivate) und mineralischen Füllstoffen, wie Talkum oder fein- gemahlenes Kaolin. Die Qualität von Farbminen wird durch die Feinheit des Mahlgutes, vor allem aber durch den Anteil und die Güte der Pigmente bestimmt. Je höher der Anteil an Pigmenten ist, um so höher ist die Qualität der Mine und um so besser ist der farbliche Aufstrich. Nach dem Mischen wird das Gemenge durch eine Matrize in Minenform gepreßt, die Minen auf die entsprechende Länge geschnitten. Farbminen werden im Gegensatz zu Graphitminen allerdings nicht gebrannt, sondern in Trockenöfen getrocknet. Zur Verbesserung der Gleitfähigkeit erhalten die Farbminen zusätzlich noch ein heißes Fettbad.

In der Holzbearbeitung zur Fertigung von Blei- und Farbstiften werden zunächst zwei vorgefertigte Brettchen mit Rillen versehen, die dem Durchmesser der Mine entsprechen (Abb. 1). Darin werden die Minen verleimt und zwei Brettchen wie ein Sandwich zusammengepreßt (Abb. 2), bis der Leim ausgehärtet ist. Anschließend erhallten die Stifte auf Hobelmaschinen die äußere Form: rund, sechseckig, oval oder dreiflächig (Abb. 3). Danach werden die Stifte farbig lackiert (poliert), manche noch mit einer farbigen Tauchkappe versehen. Um die Herstellung und Verarbeitung von Lacken zu vermindern, werden viele Stifte heute auch unlackiert weiterverarbeitet. Sie werden alle noch mit dem Firmenaufdruck versehen, werden gespitzt und in Schachteln oder Etuis verpackt und gelangen so zum Händler und dann zum Endverbraucher.

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Abb. 1

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Abb. 2
(Abb.: Lyra-Bleistiftfabrik, Nürnberg)

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Abb. 3

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