Georg Büttner's Bleistiftseiten


Kleines Bleistiftlexikon

Diese Seite soll als kleines Nachschlagewerk für alle Fragen rund
um den Bleistift dienen.

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Bleistift
Die falsche Bezeichnung entstand, als man im Mittelalter das in England gefundene Graphit für Blei hielt.
Die richtige Bezeichnung ist eigentlich "Graphitstift"

Bleistiftmine
urspünglich bestand die Mine aus reinem Graphit, der aus Blöcken geschnitten wurde. Nach der Erfindung
des Franzosen Conte und des Österreichers Hardmuth besteht die B. heute aus einer Mischung aus Ton,
gemahlenem Graphit und Bindemitteln. Die B. werden bei ca 1200 Grad C in Öfen gebrannt und dann in
einem Ölbad getränkt.

Cedernholz
Die Ceder ist in Afrika, Asien und Nordamerika beheimatet. Früher stammte das Cedernholz für die
Bleistiftfertigung zum großen Teil aus Afrika und dem Libanon. Heute kommt es fast ausschießlich aus
forstwirtschaftlich geführten Beständen in Kalifornien. Das weiche und fast astfreie Cedernholz eignet
sich besonders für Blei- und Farbstifte,  weil es auch  gut spitzbar ist.

Dutzend
Mengeneinheit, die auch heute noch in der Bleistiftindustrie gebräuchlich ist: 1 Dutzend = 12 Stück

Farbstiftmine
Die F. besteht aus Farbpigmenten und aus fein gemahlenem Kaolin. Die Qualität der Mine wird durch die
Feinheit des Mahlgutes und von der Güte der Pigmente bestimmt. Diese Minen werden nicht gebrannt,
sondern in speziellen Öfen getrocknet. Zur Erzielung einer guten Gleitfähigkeit werden auch die F. in Öl
getränkt.

Gleitfähigkeit
Um gute G. zu erzielen werden die gebrannten Bleistiftminen in heißes Öl getaucht.

Graphit
Daß es sich beim G. um einen kristallisierter Kohlenstoff handelt, entdeckte 1778 der schwedische
Chemiker Carl Wilhelm Scheele. Erste Funde wurden im Mittelalter in der Region Cumberland gemacht.
Die Bezeichung stammt von griechischen "grafein", das soviel wie "schreiben" bedeutet. Das englische
Wort für Graphit lautet "plumpago" und bedeutet soviel wie "ähnlich dem Blei", was sicher auch zu der
falschen Bezeichnung "Bleistift" führte. Graphitvorkommen in Deutschland z. B. im Raum Passau.

Gros
Mengeneinheit, die auch heute noch in der Bleistiftindustrie gebräuchlich ist: 1 Gros = 12 Dutzend = 144 Stück

Härtegrade
durch das Mischungsverhältnis von Ton und Graphit lassen sich verschieden harte Bleistiftminen fertigen.
Dabei wird die Mine mit größeren Tonanteil härter, mit größeren Graphitanteil weicher. DieHärtegrad- bezeichnungen reichen von 8B bis 10H und stammen aus England. Das B steht für black=weich, das H steht
für hard=hart und das F für fine=fein (mittlere Schreibstärke). Für einfache Bleistifte gibt es alternativ oder
zusätzlich die Härtegradnummerierung von 1 bis 4.

Hobeln
aus den beiden zusammengepreßten Holzbrettchen mit den dazwischen eingeleimten Minen werden die
Rohstifte in der endgültigen Form (rund, dreiflächig oder sechseckig) herausgehobelt.

Holz
zur Fertigung von Blei- und Farbstiften wurde früher fast nur Cedernholz verwendet. Heute wird es immer
noch für hochwertige Stifte verwendet. Heute werden oft Ersatzhölzer verwendet, die in der Nähe der
Produktionstätten vorkommen (Brasilien, Indonesien, Malaysia)

Kaolin
Neben Farbpigmenten Grundstoff für die Herstellung von Farbstiftminen. Vorkommen in Deutschland
z. B. im Raum Amberg

Kopierstifte
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der Kopierstift erfunden, dessen Mine enthielt das neu
erfundene Methylviolett. War der Stift urspünglich wirklich zum kopieren erfunden worden, diente er bis
zur Erfindung des Kugelschreibers in vielen Büros und Verwaltungen als einziger dokumentenechter Stift.

Lackierung   siehe Politur

Leimen
Zwischen 2 genutete Holzbrettchen wird die Blei- oder Farbmine eingelegt und verleimt. Anschließend
wird dieses "Sandwich" gepreßt bis der Leim ausgehärtet ist.

Markenbezeichnung
alle Hersteller kennzeichnen Ihre Produkte neben dem Firmennamen mit mehr oder weniger fantasievollen
Markennamen

Nuten
vorgefertige Holzbrettchen werden mit Nuten (=Rillen) versehen, die dem Durchmesser der Minen
entsprechen

Politur
wenn Stifte nicht in naturbelassenem Zustand verkauft werden, werden sie mittels einer Poliermaschine
mit mehreren Schichten farbiger Lacke versehen.

Stempelung
Blei- und Farbstifte der Markenhersteller erhalten immer eine Stempelung, zumindest mit dem Firmennamen.
Die Stempelung erfolgt meist mittels Stahlstempel und farbiger Folie auf dem lackierten Stift.

Tauchkappe
zur Ausstattung besonders der besseren Qualitäten gehört eine (farbige) Kappe am Stiftende. Dazu wird
das Stiftende bis zu 2 cm tief in ein Tauchbad mit Farbe gehalten.

Ton
Zusammen mit Graphit einer der Grundstoffe für die Herstellung von Bleistiftminen. Tonvorkommen in
Deutschland z. B. im Raum Klingenberg/Unterfranken

Zeder
siehe Ceder

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